Ausstellung - Leerstandskonferenz

Ausstellung - Moderne Ruinen, eine Topografie der Bereicherung

5.-15. Oktober 2013
Architektur Haus Kärnten
St.Veiter Ring 10, 9020 Klagenfurt 

Golden Sun and Beach (c) Julia Schulz-Dornburg
Golden Sun and Beach (c) Julia Schulz-Dornburg

Von 5. bis 15. Oktober war als Vorprogramm zur Konferenz im Architektur Haus Kärnten im Napoleonstadel Klagenfurt die Ausstellung "Moderne Ruinen, eine Topografie der Bereicherung" der in Barcelona lebenden Architektin und Fotografin Julia Schulz-Dornburg zu sehen.

Zwischen 2010 und 2012 hat sie zahlreiche Tourismusressorts und Ferienhaussiedlungen in Spanien dokumentiert, die seit Mitte der 1990er Jahre gebaut, selten fertiggestellt und nie bezogen wurden.

Die aus Fotos, Satellitenbildern, Plänen und Videos bestehende Ausstellung wurde im Rahmen der "ORF - Langen Nacht der Museen" am 5. Oktober im Architektur Haus Kärnten in Anwesenheit der Künstlerin eröffnet.

Während der Leerstandskonferenz 2013 wurde im Schwarzen Würfel auf dem Museumsgelände Fresach ein Auschnitt des Projekts "Moderne Ruinen, eine Topografie der Bereicherung" als digitale Projektion gezeigt.

 

Die Ausstellung „Moderne Ruinen, eine Topografie der Bereicherung“ ist das Ergebnis einer  kontinuierlichen Untersuchung, die 2010 mit den ersten Recherchen über die Freizeitwelten, Geisterstädte und Landschaften der Bereicherung ihren Anfang nahm.  Im Zentrum der Arbeit steht die fotografische Bestandsaufnahme von aufgegebenen Spekulationsbauten in  Spanien. Gezeigt werden Landschaften mit unvollendeten, im Stich gelassenen Baukomplexen. Diese massive Errichtung von Freizeitenklaven, Tourismus- und Wohnkomplexen aller Art hat nicht nur ausgedehnte Regionen an der Küste verändert, sondern ist bis in die Binnenprovinzen des Landes vorgedrungen. Der vorzeitige, durch das Platzen der Immobilienblase ausgelöste Niedergang und Verfall dieser Ansiedlungen erzeugt Bilder von bedrohlicher Schönheit in denen das Missverhältnis zwischen der Kurzatmigkeit des Spekulationsprojektes und der Dauerhaftigkeit seiner Folgen ins Auge fällt.

Die Spekulation auf unendlichen Gewinn trieb während des  Immobilienbooms  die Begierde auf  ungeahnte Höhen.  Dieser Höhenflug  endete dann allerdings  in vollkommenen Abgehobenheit, nicht nur vom eigenen Territorium, dem Land und den Gebräuchen, sondern auch von der Kritikfähigkeit und der Vernunft. Die – wenn auch grotesken – Ergebnisse dieser verrückten Jahre beeindrucken und faszinieren durch ihre ruchlose Entschiedenheit, es handelt sich hier um Denkmäler von hohem symbolischen Wert. Eloquent und sichtbar symbolisieren sie das komplexe Netzwerk sozialer, wirtschaftlicher und politischer Kräfte, die ohne Ermüdungserscheinungen das Wachstum als einzige Grundlage für das Erhalten unseres Wohlstandes predigen. Zu welchem Preis?

Die Ausstellung  ist  weder eine Bestandsaufnahme gescheiterter Bauvorhaben, noch ist diese Sammlung der Ruinen repräsentativ, es handelt sich vielmehr um eine  persönlichen Auswahl der sechzig Orte, die auf der zweijährigen, 10.000 Kilometer langen Erkundungsreise besichtigt und aufgenommen wurden. Die technischen Informationen zu der fotografischen Bestandsaufnahme stammen ausschließlich von den Bauträgern, aus den Gemeindearchiven und den Amtsblättern.