Veranstaltungsort - Leerstandskonferenz

Veranstaltungsort

Tagungsort:

Kammerhof, Schulstraße 1, Eisenerz

 

Die Bergbaustadt Eisenerz

 

Bergbaustädte stellen nicht nur der Alpen sondern in allen Gebirgsregionen eine Besonderheit dar. Mit der Erschöpfung der Rohstoffreserven sind ihnen natürliche Grenzen gesetzt und sie müssen sich früher oder später der Perspektive Schrumpfung stellen. Zu diesen Orten zählt Eisenerz am steirischen Erzberg, Veranstaltungsort der Leerstandskonferenz 2012, wo seit etwa sieben Jahren das Projekt redesign Eisenerz läuft und auf vielfältige Weise Strategien für Rückbau, Umnutzung und Zentrumsentwicklung umgesetzt werden.

 

Die Stadt Eisenerz, in der seit über tausend Jahren Erz abgebaut wird, hat nicht nur ein vielfältiges bauliches Erbe aus Industrieanlagen, Kirchen, Gasthäusern und Arbeitersiedlungen verschiedener Epochen, sondern ist gegenwärtig auch das imposanteste Beispiel einer shrinking city in Österreich: Sie verlor seit den 1950er Jahren mehr als die Hälfte ihrer einst 13.000 Einwohner.

Um dem zunehmenden Wohnungsleerstand und den damit verbundenen Schwierigkeiten entgegenzuwirken, wurde ein Konzept ausgearbeitet, das durch ein konzertiertes Abriss- und Rückbauprogramm die Erhaltung der technischen und sozialen Infrastruktur erleichtern und die Wohnsituation verbessern soll. Bewohner und Bewohnerinnen aus entlegenen und benachteiligten Stadtteilen wurden unter soziologischer Begleitung in sanierte Wohnungen in zentraler Lage umgesiedelt; die Altstadt wurde gestärkt, während Strukturen in Randlagen aufgegeben werden sollen. Während anfangs die Stabilisierung des Wohnungsmarkts im Vordergrund stand, hat sich aus dem Projekt mittlerweile ein Bündel an Aktivitäten entwickelt, die von den erwähnten Umsiedlungs- und Sanierungsmaßnahmen, über die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Schrumpfung, die Aktivierung des Stadtkerns bis zu Kultur- und Tourismusprojekten reichen. Abgerissen wurden bis jetzt nur einige wenige Gebäude.

 

Im Anschluss an das Projekt redesign Eisenerz fand auch eine Auseinandersetzung mit der Abwanderung in ländlichen steirischen Gemeinden statt. Gemeinsam mit den Bürgermeister_innen der Gemeinden und anderen lokalen Akteuren werden dabei die Potenziale der Innenentwicklung ausgelotet.