Programm - Leerstandskonferenz

Programm

Donnerstag, 20. Oktober 2011

10:00 – 13:00 Uhr

entdecken – erfassen – verstehen – Die Vielfalt des Leerstands

Vorstellung des Programms
Judith Leitner
und Roland Gruber - nonconform architektur vor ort / A

Warum Ottensheim? – Vielfältige Strategien der Ortskernentwicklung
Ulrike Böker
- Bürgermeisterin Ottensheim / A

Rodung - Siedlung - Wüstung: Rückblick in historische Dorfgesellschaften
Alfons Dworsky
- Professor an der TU Wien und em. Vorstand des Instituts für regionale Architektur und Siedlungsplanung an der Leibniz-Universität Hannover / A / D

Rurbanismus / Silograd - Aktivieren von rurbanen Infrastrukturen
Heidi Pretterhofe
r und Dieter Spath - Architekturbüro arquitectos / A

Infrastruktur und regionale Disparitäten am Beispiel Ostdeutschland
Matthias Naumann
- Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung / D 

13:00 – 14:00 Uhr / Mittagspause
14:00-18:00 Uhr
 

erhalten - abreißen – zugänglich machen? – Strategien der (Um)Nutzung

Fokus Südwestfalen

Leerstand im Dorf – die vielfältigen Facetten der Thematik
Hilde Schröteler-von Brandt
- Professorin am Fachbereich Architektur und Städtebau der Universität Siegen / D

Leerstandsoffensive Südwestfalen – Probleme, Ziele, Projekte
Stephanie Arens
- Projektleiterin für ländliche Entwicklung der Südwestfalen Agentur / D

Dörfer im Aufwind - aktiv die Zukunft gestalten
Verena Traumann
- Regionalmanagerin des LEADER-Programms Hochsauerland / D

Bauen im Ortskern – Förderprogramm Burbach
Christoph Ewers
- Bürgermeister Burbach / D

Pause

Fokus Raumsuche und Leerstandsvermittlung  

Erhalt durch Nutzung – das Wächterhauskonzept
Fritjof Mothes
- Partner des Planungsbüros StadtLabor, Vorstandsmitglied und Initiator des Vereins HausHalten Leipzig / D

Strategien der Raumvermittlung 
Sabine Stuller und Tobias Hagleitner - Fruchtgenuss - Verein für Leerstandsangelegenheiten / Linz / A

 

 Verhandlungsraum zwischen Stadt, Land und Fluss 
Christoph Wiesmayr – Initiative [Schwemmland] / Linz / A 

 

 
18.30 Uhr - Schwerpunkt 3 

Arbeitswerkzeuge - Raumvermittlung

www.vor-ort.at – Erste öffentliche Präsentation der digitalen Ideenwerkstatt
Ergebnis eines von departure geförderten Forschungsprojekts
Roland Gruber
- Partner bei nonconform architektur vor ort

Ausklang mit Essen, Trinken und Musik im Ortskern von Ottensheim

Freitag, 21. Oktober 2011

9:00 – 12:00 Uhr

Frühstück in Ottensheim - Fünf kommunale Strategien im Umgang mit Leerstand

mit Gesprächen und Praxisberichten u.a. mit BürgermeisterInnen, StadterneuerungsaktivistInnen und Architekturschaffenden 

Ortskernentwicklung Ottensheim / Oberösterreich / A

Die Gemeinde im Umland von Linz engagiert sich auf vielfältige Weise für die Entwicklung des Ortskerns: In mehreren Projekten der Lokalen Agenda 21 wird durch gezielte Veranstaltungen das Bewusstsein für die Potenziale des Baubestands gestärkt. Dabei bekommen etwa Raumsuchende die Möglichkeit ihre Wünsche und Anforderungen publik zu machen, um mit HauseigentümerInnen in Kontakt treten zu können. Bei öffentlichen Bauten, wie etwa bei der Erweiterung der Musikschule, wurde versucht, in kooperativer Nutzung mit anderen lokalen Institutionen und Vereinen Konzepte für die Neubespielung zentral gelegener, leerstehender Gebäude zu entwickeln.

mit Ulrike Böker – Bürgermeisterin, Philipp Tschavoll – Leiter der Bauabteilung und Ulrike Schwantner – Raumplanerin, Büro kon-text – Raumbezogenes Management und sozialwissenschaftliche Beratung 

Ortskernrevitalisierung Silz / Tirol / A

 Die Ortskernbelebung Silz startete 2004 als Pilotprojekt der Dorferneuerung in Tirol. Ziel des Förderprogramms „Revitalisierung – Neue Impulse für unsere Dörfer“ war sowohl private als auch kommunale Bemühungen zur Revitalisierung des Baubestands zu stärken und dadurch eine langfristige Belebung gewachsener und infrastrukturell erschlossener Zentralbereiche in Dörfern und Weilern zu gewährleisten.

In Silz wurden 2003 im Ortszentrum 81 von 230 Gebäuden als leerstehend erfasst. Rechnet man diese Verhältnisse auf Tirol hoch, gibt es ca. 16.000 leerstehende Gebäude in ganz Tirol. Nach Schätzungen wäre damit der Wohnbedarf ca. für die nächsten 23 Jahre gedeckt.

Seit der Initiierung der „Ortskernrevitalisierung Silz“ konnten 22 leerstehende Objekte revitalisiert werden. Insgesamt wurden bis jetzt 53 Bauberatungen durchgeführt, mit dem Ziel, die Bedürfnisse der zukünftigen Bewohner mit den Möglichkeiten der Gebäude in Einklang zu bringen.

mit Peter Knapp - Bau- und Sanierungsberater in Silz und Nikolaus Juen - Vorstand der Abt. Bodenordnung und Leiter der Geschäftsstelle für Dorferneuerung des Landes Tirol

redesign Eisenerz / Steiermark / A

Die Bergbaustadt Eisenerz ist das imposanteste Beispiel einer „shrinking city“ in Österreich: Sie verlor seit den 1950er Jahren mehr als die Hälfte ihrer einst 13.000 Einwohner. Die in Eisenerz vertretenen Wohnungsgenossenschaften verzeichneten 2005 einen Leerstand von etwa 700 Wohnungen. Die Aufrechterhaltung der städtischen Infrastruktur stellte für die kommunale Verwaltung eine immer schwerer erfüllbare Aufgabe dar. Um dem zunehmenden Wohnungsleerstand und den damit verbundenen Schwierigkeiten entgegenzuwirken, wurde ein Konzept ausgearbeitet, das durch ein konzertiertes Abriss- und Rückbauprogramm die Erhaltung der technischen und sozialen Infrastruktur erleichtern und die Wohnsituation verbessern soll. Bewohner und Bewohnerinnen aus entlegenen und benachteiligten Stadtteilen wurden unter soziologischer Begleitung in sanierte Wohnungen in zentraler Lage umgesiedelt; die Altstadt wurde gestärkt, während Strukturen in Randlagen aufgegeben wurden.

mit Rainer Rosegger – SCAN - Agentur für Markt- und Gesellschaftsanalytik und Werner Nussmüller – Nussmüler.Architekten

 

Reanimierung Stadt Haag / Niederösterreich / A

Unter dem Motto „Rückkehr des Lebens ins Ortszentrum“ fand in den letzten zwölf Jahren in der niederösterreichischen Kleinstadt Haag ein intensives Reanimierungsprogramm statt. Neben zahlreichen Aktivitäten am Hauptplatz wurde der gesamte Ortskern neu gestaltet, es wurden Gebäude abgebrochen, neue Bauten und davon einige mit hohem baukulturellem Anspruch errichtet, alte Ensembles wurden saniert und erweitert bzw. mit neuen Nutzungen gefüllt. Dies bedeutete auch den Zuzug von Menschen ins Zentrum und das Schaffen von Wohnraum – in neuen und alten Gemäuern. Die Arbeit wurde beim Otto Wagner Städtebaupreis 2007 gewürdigt.

mit Christian Mitterlehner - Gewässerökologe und Berater der Dorf- und Stadterneuerung Niederösterreich und Hubert Trauner - Leiter der Dorf- und Stadterneuerung Niederösterreich

Ortskernaktivierung Waidhofen an der Ybbs / Niederösterreich / A

Eine wesentliche Qualität der Arbeit in Waidhofen besteht in der Verbindung von Denkmalpflege, Ensembleschutz und Innovation zu einem über Jahre laufenden Gesamtprojekt. Im ersten Entwicklungskonzept wurde durch einen Wettbewerb ein urbanistisches Gesamtziel beschrieben, das die allgemein anerkannten Gestaltqualitäten einer historischen Kleinstadt aus ihrer Bildhaftigkeit befreit und als lebendiges städtebauliches Kraftfeld in Szene setzt.(Christian Kühn, Die Presse am 26.2.2001) Neben der Gestaltung der Platz- und Straßenräume wurde versucht, auch die Verkehrsfrage zu lösen und die stadtnahen Naturräume zu erschließen. Bereits 2001 wurde Waidhofen mit dem Otto Wagner Städtebaupreis für den kreativen Umgang mit der historischen Substanz ausgezeichnet.
Die Landesausstellung 2007 wurde als weiterer Impuls der Innenstadtbelebung genutzt. Durch spezielle Förderanreize und eine aktive Leerflächen- und Ansiedlungspolitik konnte in den letzten Jahren eine Aktivierung der Erdgeschoßzonen erreicht werden. An Konzepten für die teilweise noch leerstehenden Obergeschoßzonen im Zentrum wird derzeit u.a. im Rahmen eines Projekts der Niederösterreichischen Wohnbauforschung gearbeitet.


mit Johann Stixenberger - Unternehmer „die Hoflieferanten“ und Berater der Dorf- und Stadterneuerung Niederösterreich (angefragt) und Maria Schneider - w30 architektur

Exkursion nach Haslach / Oberösterreich / A

Gelegen am südlichen Rand des Böhmerwaldes an der tschechisch-österreichischen Grenze war Haslach bis vor wenigen Jahrzehnten ein Zentrum der Leinenproduktion und der Weberei. Der ehemals größte Textilproduzent der Region war die Vonwiller Textilfabrik unmittelbarer angrenzend an den Haslacher Ortskern. Nach der endgültigen Schließung des Betriebs 1999 wurde der Komplex von der Gemeinde erworben, um daraus ein Kommunal- und Regionalzentrum mit einer breiten Palette von wirtschaftlichen und kulturellen Nutzungen zu entwickeln. Das Areal wurde 2007 saniert und beherbergt heute u.a. die Landesmusikschule und das Zentrum für textile Kultur Haslach.

Auf diese Weise ist es gelungen, den ehemaligen Fabrikkomplex in seinen ursprünglichen Dimensionen und in seiner Gestaltwertigkeit als wichtigen Baustein innerhalb der Haslacher Ortsstruktur zu erhalten und durch die aktuellen Nutzungen neu zu integrieren.
(Auszug aus dem Text des Bundesdenkmalamts zur Verleihung des Denkmalpflegepreise 2007)

 

mit Josef Schütz - Architekt und Initiator der Ortskernentwicklung und Ludmilla Leitner - Lehrerin in Haslach


Rückkehr nach Ottensheim um ca. 16 Uhr. Ende der Veranstaltung


Im Anschluss sind individuelle Besuche einiger im Rahmen der Ortskernentwicklung entstandener Projekte möglich.

Programmänderungen vorbehalten