Konzept - Leerstandskonferenz

Konzept

Ziel der Konferenz ist, sich in einem interdisziplinären Rahmen mit der Veränderung der gebauten Umwelt im Alpenraum auseinanderzusetzen. Die Veranstaltung will sowohl zu einem besseren Verständnis der vielschichtigen Zusammenhänge des Lebens und Wirtschaftens in alpinen Räumen beitragen als auch vorbildliche Projekte und Planungsstrategien vorstellen, die positive Perspektiven für Gemeindeentwicklung und Baukultur aufzeigen.

Die zweitägige Veranstaltung besteht aus einem Tag mit Vorträgen und Diskussionen zu den Schwerpunkten Alpine Räume im Wandel, Berg-Bau-Stadt und Bauen im Bestand und einem Tag mit Erkundungen und Führungen vor Ort.

 

Der Titel der diesjährigen Leerstandskonferenz „Der Berg schrumpft – Leerstand im Alpenraum“ bezieht sich sowohl auf den kleiner werdenden steirischen Erzberg als auch auf die mit ihm schrumpfende Stadt Eisenerz und ihr Umland.

Allgemein sind die Alpen von einer rasanten territorialen Transformation und auch von enormen räumlichen Disparitäten geprägt: Einerseits handelt es sich zum Teil immer noch um einen sehr dünn besiedelten Raum, in dem nur unter großer Anstrengung agrarische Nutzung möglich war und ist, andererseits konnten sich selbst in hochgelegenen Zonen urbane Zentren entwickeln. Doch abgesehen von den Wachstumsregionen im Umfeld der großen Metropolen wie Wien, München, Lyon oder Turin sind gegenwärtig viele alpine Gegenden von Abwanderung und Leerstand betroffen. Selbst manche der noch bis vor wenigen Jahren boomenden Orte des winterlichen Massentourismus blicken heute in eine unsichere Zukunft, in der die Erhaltung der baulichen Infrastruktur eine immer schwerer zu bewältigende Aufgabe darstellt.

 

Die Auseinandersetzung mit der Leerstandsproblematik wirft besonders auch in den dispersen Siedlungsstrukturen des Alpenraums vielfältige Fragen über die Produktion und den Gebrauch der gebauten Umwelt auf:

Was sind die Hintergründe für Leerstand und Verfall? Welche Strategien können Gemeinden ergreifen, um Leerständen vorzubeugen? Wie lassen sich sterbende Ortskerne erneut aktivieren und zu funktionierenden Zentren des kommunalen Lebens verwandeln? Wie können Industriekomplexe, Bauernhöfe und Speicherbauten für neue Nutzungen zugänglich gemacht werden? Und wie können ländliche Siedlungsformen und ihre Versorgungsinfrastrukturen überhaupt dauerhaft aufrecht erhalten bleiben?