Schulen und ihre ungenutzten, räumlichen Potenziale

Schwerpunkt der 4. Leerstandskonferenz ist das Aufzeigen von Perspektiven für den Umgang mit schulischem Leerstand beziehungsweise mit den bisweilen ungenutzten, räumlichen Potenzialen.

 

Einerseits sollen die Veränderungen von Schule im Kontext der pädagogischen Erkenntnisse aufgezeigt werden: Was ist Schule heute? Andererseits sollen auch die Konsequenzen der demographischen Entwicklungen und Bevölkerungsverschiebungen zwischen Stadt und Land untersucht werden: Was tun mit leerstehenden Schulen?

 

Der Schulleerstand in ländlichen Regionen, ein totgeschwiegenes Tabuthema, nimmt kontinuierlich zu. Immer wichtiger wird daher die Frage, wie man diese nunmehr ungenutzten Flächenressourcen nutzen kann. Aber auch die Raumpotenziale in bestehenden und sich im Betrieb befindlichen Schulgebäuden spielen eine wichtige Rolle: Gangflächen nehmen bis zu 50 Prozent Flächenanteil ein, die räumlichen Gegebenheiten eines Schulhauses lassen unterschiedlichste Mehrfachnutzungen nicht zu, eine Schule wird nur zu bestimmten Tageszeiten genutzt und steht die meiste Zeit leer.

 

Die Leerstandskonferenz soll neben Basisinformationen zum Thema (Statistiken) auch Projekte und Konzepte im Umgang mit Zwischennutzung, Nachnutzung und Synergie-Effekten von leerstehenden Schulimmobilien thematisieren – und zwar national und international. Politische und wirtschaftliche Komponenten sollen dabei mitberücksichtigt und ausführlich diskutiert werden.

Warum Leoben?

© Stadt Leoben

Die 4. Leerstandskonferenz findet in der steirischen Mittelstadt Leoben statt. Leoben ist der Prototyp einer österreichischen Stadt, die durch den Strukturwandel in der Industrie ganz massiv von Schrumpfung betroffen ist und die mittlerweile erhebliche Leerstände in unterschiedlichen Dimensionen vorzuweisen hat. Der gesamte Bezirk Leoben war und ist von einem markanten Bevölkerungsrückgang betroffen. Die Leobener Geburtenzahlen lagen in den 1960er Jahren bei rund 700 Geburten jährlich und bleiben seit einigen Jahren bei rund 180 Geburten pro Jahr relativ stabil – mit gelegentlichen Ausnahmen (2012: 165 Kinder).


Aufgrund dieser demografischen Entwicklung wurde in den letzten 15 bis 20 Jahren bereits eine entsprechende Anpassung vorgenommen. In diesem Zuge beispielsweise wurde die Anzahl der Volksschulen von acht auf fünf reduziert. Weitere Schließungen werden vermutlich erforderlich sein.


Die Stadtgemeinde Leoben bemüht sich seit Jahren intensiv darum, neue Strategien im Umgang mit Leerstand umzusetzen. Einen besonderen Wert legen die Gemeindeverantwortlichen dabei auf einen zukunftsfähigen, also flexiblen Umgang mit den Schulstandorten. Die Stadtverantwortlichen arbeiten derzeit an der Ausarbeitung eines inhaltlichen und räumlichen Schulstandortkonzepts unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung sowie neuester bildungswissenschaftlicher Erkenntnisse. Aus diesen Gründen ist Leoben der ideale Standort für die Konferenz.